Qualität in der Versorgung - Was leisten Register?

Das MITRA Register (Maximale Individuelle TheRapie des Akuten Myokardinfarktes) startete 1994 mit dem Ziel, die Umsetzung von medizinischen Leitlinien zur Therapie des Herzinfarktes zu dokumentieren und somit eine Reflexion ärztlichen Handelns zu ermöglichen. Dadurch sollte die Qualität der Versorgung verbessert werden. Der Erfolg des Projektes führte zu einer Fortsetzung der Dokumentation im Rahmen von MIR (MyokardInfarkt-Register), ACOS (Akutes COronarSyndrom Register) und dem DHR (Deutsches Herzinfarkt Register).

Die Akuttherapie des Herzinfarktes besteht aus fünf Bausteinen: der schnellen Wiedereröffnung des verstopften Gefäßes (Rekanalisation) sowie Aspirin, Beta-Blockern, Clopidogrel und ACE-Hemmern als medikamentöser Therapie. Nicht für alle Patienten sind alle Bausteine geeignet; es gibt Kontraindikationen. Bei der Dokumentation für jeden einzelnen Herzinfarkt musste der Arzt schriftlich begründen, falls einer der Therapiebausteine dem Patienten nicht gegeben wurde. Jedem Krankenhaus wurde als Feedback ein Leistungsvergleich – eine vergleichende Statistik der Patientencharakteristika, Therapie und Komplikationen des eigenen Zentrums gegenüber allen anderen – regelmäßig zur Verfügung gestellt (Abbildung 3).

Benchmark-Report
Abbildung 3: Benchmark-Report (am Beispiel: Akuttherapie)

Damit bekamen die einzelnen Kliniken ein Instrumentarium in die Hand, ihre interne Versorgungsqualität zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern. Für das gesamte Register drückte sich dies in einer Steigerung der durchschnittlichen Therapiebausteine von 2,4 pro Patient in den Jahren 1994/95 auf 4,4 in den Jahren 2007 und 2008 aus (Abbildung 4).

Anzahl der durchschnittlichen Therapiebausteine (Rekanalisation, Aspirin, Beta-Blocker, Clopidogrel, ACE-Hemmer)
Abbildung 4: Anzahl der durchschnittlichen Therapiebausteine (Rekanalisation, Aspirin, Beta-Blocker, Clopidogrel, ACE-Hemmer)

Die Konsequenzen einer verbesserten Versorgung durch eine konsequente Umsetzung von bestehenden Leitlinien verdeutlichen sich in der Krankenhaussterblichkeit nach Herzinfarkt. Diese sank von 16,2% in den Jahren 1994/95 auf 7,9% in den Jahren 2007 und 2008 (Abbildung 5).

Krankenhaussterblichkeit nach akutem Myokardinfarkt
Abbildung 5: Krankenhaussterblichkeit nach akutem Myokardinfarkt

 
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